KOBUDO

Die Kampfkünste von Okinawa haben ihre eigenen Waffen entwickelt, auch wenn sie in ihrer Entwicklung vielen Einflüssen, besonders chinesischen und japanischen, unterlagen. Gerade in der Zeit der Besetzung durch den japanischen Satsuma-Clan seit 1609, durften die verwendeten Waffen nicht als Waffen erkennbar sein, da Waffen zu dieser Zeit verboten waren. Wer mit einer Waffe angetroffen wurde, konnte auf der Stelle getötet werden.

 

Das Kobudo, ursprünglich Kobu-jutsu genannt bezeichnet dieses seit Jahrhunderten entwickeltes Waffenkampfsystem.

 

Die Spezifikation des Kobudo besteht darin,

 

  • das die Handhabung verschiedener Arbeitsgeräte der Bauern und Fischer als Waffen gelehrt wird.
  • die verwendeten Prinzipien, Körperbewegungen und Waffentechniken dem ebenfalls auf Okinawa entstandenen waffenlosen Tode bzw. Karate entsprechen. Nicht umsonst sagt man, dass Karate und Kobudo wie die zwei Räder an der Achse des gleichen Karren sind.

 

Kobudo Waffen lassen sich verschieden unterteilen, z.B. in:

 

  • einteilige, zweiteilige- und mehrteilige Waffen
  • Waffen aus Holz, Metall und gemischten Materialien
  • Waffen und Gebrauchsgegenstände(versteckte Waffen- Kashuki-Buki)
  • Klingenwaffen und andere Waffe, usw.

 

Standardmäßig üben wir folgende Waffen:


  • Bo bzw. Kon (Langstock)
  • Tonfa (Kurbel für Mühlstein)
  • Kama (Sichel)
  • Sai (Metallgabel mit drei Zacken)
  • Bokken (Holzschwert)
  • Nunchaku (kleiner Dreschflegel)

 

Die gelehrten Waffen sind Riyuteiken, d.h. sie haben eine festgelegte Größe. Das Ziel des Trainings besteht aber darin Jiyuteiken zu erreichen, d.h. jeden Gebrauchsgegenstand als Waffe benutzen zu können, unabhängig von seiner Form und Größe.

 

Dieses Ziel ist praxisbezogen. In der Selbstverteidigung muss man auf überraschende Angriffe reagieren und kann nur Dinge nutzen, die sich gerade in unmittelbarer Reichweite befinden.