Geschichte des Karate-Do

Das moderne japanische Karate mit seinen verschiedenen Stilrichtungen existiert seit den 30er Jahren des 20.Jahrhunderts. es entwickelte sich aus Ryukyu Kempo Karate Jutsu, auch Okinawa te genannt. Verschiedene Strömungen der chinesischen Kampfkünste spielten zusammen, als sich im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts die Techniken des Kampfes mit bloßer Hand herausbildeten. Diese Strömungen waren das To-De(„Kontinentaltechniken“), auch „Hand der Tang“ genannt, des weiteren Kampftechniken, die heute im Westen unter dem Gattungsnamen Kung Fu bekannt sind, sowie die Prinzipien des Chì kung bzw.Qi Gong (Beherrschung der „Lebensenergie“). Kenntnisse über diese Techniken gelangten aus dem Reich der Mitte nach Japan und verbanden sich dort mit bereits vorhandenem Wissen. Die Insel Okinawa, die etwa 600 Kilometer südlich von Japan liegt, war das Bindeglied zwischen China und Japan. Wirkte selbst aber als eine Art Tiegel, in dem unterschiedliche Strömungen der ostasiatischen Kampfkünste verschmolzen. Auf diese Weise wurde Okinawa zum Ursprungsort mehrer durchaus eigenständiger Kampfkünste, wie dem Shuri te, dem Naha te und dem Tomari te.. Die Umstände der alten, bekannten Verbindung China-Okinawa Japan werden seit langem von den Historikern der Kampfkünste studiert. Die Untersuchungen über die Wurzeln der Kampfkünste mit blßer Hand führten diese Forscher schon bald über die Grenzen Japans und selbst über Okinaea hinaus. Sie richteten ihr Augenmerk auf das südliche China, genauer gesagt, auf die Provinz Fujia(jap.Fukien). Dort haben, wie es scheint, vor sehr langer Zeit alle Entwicklungen ihren Anfang genommen.

 

Gichin Funakoshi der als Vater des modernen Karate gilt brachte diese Kunst 1922 von Okinawa nach Japan. er blieb bis zuseinem Lebensende im Inselreich und widmete sich der Verbreitung und Anerkennung seiner Kampfkunst. Nach dem Verständnis des alten Meisters war und ist Karate-Do (Do= der Weg) eine Kampfkunst bei der es nicht darum geht andere zu besiegen. Das Üben ist im Gegenteil  nach innen gerichtet. Es geht vielmehr um die Siege über sich selbst, um das womöglich lebensllange Streben nach einer körperlichen und geistigen Meisterung des Ichs.

 

„Der Weg ist das Ziel“ – nicht das nach äußere Anerkennung strebende Ergebnis(Schwarzgurt) , sondern das Bemühen, das Werden, das Reifen der Persönlichkeit auf dem Weg zu diesem Ziel.

 

 

Die zwanzig Regeln von Meister Funakoshi


Die Zwanzig Regeln von Meister Funakoshi gelten nicht nur fürs Karate, sondern für alle Kampfkünste – und sogar fürs gesamte menschliche Leben. Karate ist mehr als eine Technik, mit der man den Sieg in einem Kampf erringt. Es ist ein Weg den Geist zu kultivieren. Die genannten Regeln können sowohl von Karate-Praktizierenden als auch von Nicht-Übenden ins tägliche Leben integriert werden.

 

1 Vergiss nie: Der Weg des Karate beginnt und endet mit Respekt (rei)
2 Im Karate gibt es keine Erstschlag
3 Karate steht auf der Seite der Gerechtigkeit
4 Erkenne dich selbst, dann den anderen
5 Geistesschulung ist wichtiger als Technik
6 Befreie deine Geist
7 Unglück entspringt der Unachtsamkeit
8 Karate geht über das Training hinaus
9 Karate ist eine lebenslange Aufgabe
10 Wende Karate auf all Dinge an. Darin liegt seine Schönheit
11 Karate ist wie kochendes Wasser: Ohne Hitze fällt es in eine lauwarmen Zustand
12 Denke nicht an Gewinnen, sondern ans Nicht-Verlieren
13 Passe dich deinem Gegner an
14 Der Ausgang eines Kampfes hängt davon ab, wie man Leere und Fülle handhabt
15 Stelle dir die Hände und Füße deines Gegners als Schwerter vor
16 Verlässt du dein Haus, begegnen dir eine Million Feinde
17 Die Kampfstellung (kamae) isr für Anfänger wichtig; später wird die Stellung dann ganz natürlich(shizentai)
18 Führe die Formen(kata) exakt aus. Der wirkliche Kampf findet auf einer anderen Ebene statt.
19 Vergiss nicht das Verstärken oder Verringern der Kraft, das Ausdehnen oder Zusammenziehen ders Körpers, das schnelle oder langsame Ausführen der Technik
20 Sei stets aufmerksam, gewissenhaft und erfinderisch auf deinem Weg